Vordere Kreuzbandplastik

Bei der Operation wird zusätzlich zur Gelenkspiegelung ein kleiner Hautschnitt (ca. 3 cm) zur Entnahme der entsprechenden Sehne notwendig. Das Transplantat wird dann in Schlüssellochtechnik (Arthroskopie) nach Anlage von jeweils einem Bohrkanal im Knochen des Oberschenkel und des Unterschenkels (Abb. 6 c) in das Kniegelenk eingezogen und im Knochen verankert (Abb. 6 d). Während der Wochen bis Monate nach der Operation wächst das Band zunehmend in den Knochen ein, bis es nach ca. 6 bis 9 Monaten seine volle Festigkeit erlangt hat und so die volle Sportfähigkeit wieder hergestellt ist.  

 

Meniskusoperationen

Da Risse im Meniskusgewebe nicht von selber heilen können ist die Therapie in der Regel operativ. Die häufigeren Lappenrisse betreffen meist nur den innersten Anteil des Gewebes. Da dieser Teil jedoch schlecht durchblutet ist, ist ein „Zusammenwachsen“ des Risses nicht möglich. Hier bleibt nur die sparsame Entfernung aller instabilen Anteile. Meistens kann ein großer, funktionstüchtiger Anteil belassen werden, weshalb die langfristigen Folgen in der Regel gering sind. Die selteneren Längsrisse, insbesondere Korbhenkelrisse, sind oft im besser durchbluteten, äußeren (kapselnahen) Anteil und haben somit unter bestimmten Voraussetzungen ein gewisses Potential zur Heilung. Hierzu ist allerdings eine technisch anspruchsvolle Naht des Meniskusgewebes, gefolgt von einer ca. 6wöchigen Immobilisierung mittels Brace in Kniegelenkstreckung notwendig.

 

Arthroskopische Behandlung von Knorpelschäden

Mikrofrakturierung

Bei umschriebenen, vollständigen (4.gradigen) Knorpelschäden kommt insbesondere am Femur und an der Tibia die sog. Mikrofrakturierung in Frage, welche sich als Standardtherapie in der Behandlung bestimmter Knorpeldefekte etabliert hat. Hierzu werden, in Schlüssellochtechnik, die instabilen Knorpelanteile entfernt und der darunterliegende Knochen angefrischt, bis ringsum eine stabile Knorpelkante steht.  Dann folgt die Eröffnung des freiliegenden Knochens mit mehreren kleinen Stanzlöchern, gerade so tief, dass es zu einer kleinen Blutung aus dem Knochenmark in den Knorpeldefekt kommt. Dieses Blut enthält körpereigene Stammzellen und reparaturfördernde Substanzen, die in der Lage sind Faserknorpel zu bilden, welcher ein gutes Ersatzgewebe darstellt. Nach ca. 12 bis 26 Wochen ist die Kontinuität des Knorpels wieder hergestellt.

 

Arthroskopische Therapie der Patellainstabilität

Ziel jeder Therapie ist es die Kniescheibe dauerhaft um Gleitlager zu zentrieren. Je häufiger es zu einer Kniescheibenluxation kommt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines frühzeitigen Verschleißes des Gelenkknorpels der Kniescheibe.

Laterales Release ggf. mit medialer Kapselraffung

Eine Möglichkeit die Patella besser zu zentrieren ist das „laterale Release“ (Lösung der außenseitigen Kapselanteile). Hierbei wird während einer Gelenkspiegelung der äußere Kapselanteil durchtrennt und so die (zu hohe) Spannung an der Außenseite der Kniescheibe verringert. Hierdurch lässt der Zug nach außen bei der Bewegung des Kniegelenkes nach und die Wahrscheinlichkeit einer Luxation verringert sich. Sollte dies nicht ausreichen, kann während des gleichen Eingriffs eine mediale (innenseitige) Kapselraffung durchgeführt werden. Hierbei wird zusätzlich zum lateralen Release die innere Gelenkkapsel mit Nähten verstärkt, so dass sie in leichter Verkürzung vernarben kann. Dies führt zu einer Verlagerung der Kniescheibe nach medial (innenseitig), was wiederum dem Herausspringen nach außen entgegenwirkt.

MPFL-Ersatz

Bei ausgeprägteren Formen der Patellainstabilität ist es notwendig die medialen Kapsel-Band-Strukturen mit einem Sehnentransplantat zu verstärken. Beim Ersatz des medialen patellofemoralen Ligaments (MPFL) wird dazu ähnlich wie beim Ersatz des vorderen Kreuzbandes eine Sehne des Oberschenkels (sog. Hamstring-Sehne) verwendet. Diese wird mit selbstauflösenden Schrauben an der Kniescheibe und am Oberschenkelknochen befestigt.

Im Anschluss an eine Operation zur Stabilisierung der Patella ist eine weitere Physiotherapie zwingend erforderlich. Wichtig ist eine frühfunktionelle Nachbehandlung in Form von isometrischen Quadrizepsanspannungsübungen und Aufbau des Muskulus vastus medialis. Eine zusätzliche Schienung mit einem Brace kann sinnvoll sein.