Primäre Schulterendoprothetik

Der komplette oder Teilersatz des Schultergelenks ist im letzten Jahrzehnt zu einem Routineeingriff geworden. Gründe für eine solche Operation sind zum einen der zunehmende Verschleiß des Gelenks durch Arthrose oder rheumatoide Arthritis zum anderen die Folge eines Oberarmbruches mit Fehlverheilung oder Nekrose (Absterben) des Oberarmkopfes. Zur Verbesserung der eingeschränkten Beweglichkeit und zur Reduktion der teilweise erheblichen Schmerzen stellt der Gelenkersatz der Schulter, ähnlich wie an Hüft- oder Kniegelenk, eine häufig erfolg versprechende Therapiemöglichkeit dar.

Der totale Gelenkersatz der Schulter umfasst den Ersatz der Schultergelenkspfanne und des Oberarmkopfes durch die eigentliche Schulterprothese, die im Schaft des Oberarmes implantiert wird. Je nach Qualität des Knochens kann dabei Knochenzement verwendet werden oder es wird eine zementfreie Implantationstechnik verwendet. Bei intakter Schultergelenkspfanne wird auf den Ersatz der Schultergelenkspfanne verzichtet.

 

Eclipse-Prothese (Schaftfreie Schulterprothese)

Die Eclipse-Prothese ist ein moderenes schaftfreies Schulterendoprothesensystem entwickelt insbesondere für arthrotische oder posttraumatische Schäden des Schultergelenkes bei jüngeren Patienten. Auch bei Nekrosen des Oberarmkopfes kann diese Prothese zum Einsatz kommen. Die Eclipse -Prothese bietet den Vorteil, dass Wechseloperationen im Gegensatz zu konventionellen Schaftprothesen keine aufwendige Schaftspaltung benötigen und diese damit deutlich vereinfachen. Dabei bietet sie im Gegensatz zu den klassischen Kappenprothesen den Vorteil, dass die Implantation eines Pfannenersatzes analog zur konventionellen Schulterprothese problemlos möglich ist.

 

Arthrosurface HemiCAP

Zur Behandlung von lokalen traumatischen oder degenerativen Knorpelschäden oder Nekrosen am Oberarmkopf kommt mit dem HemiCAP System eine weitere Form des Oberflächenersatzes zum Einsatz. Bei dieser Form des Oberflächenersatzes wird nur der erkrankte Anteil der Knorpeloberfläche des Humerus reseziert und durch die HemiCAP ersetzt. So kann der Großteil des ursprünglichen Gelenkknorpels erhalten werden. Durch verschiedene Größen und Krümmungsradien kann eine exakte Wiederherstellung der anatomischen Form des Humeruskopfes erreicht werden.

 

Inverse Schulterprothese

Ein besonderes Problem in der Schulterendoprothetik besteht wenn eine Arthrose des Schultergelenkes zusammen mit einer Ruptur der Rotatorenmanschette vorliegt. Herkömmliche Schulterprothesen können in dieser Situation nicht stabilisiert werden und führen ausschließlich zu einer Schmerzverbesserung. Eine Funktionsverbesserung kann in der Regel nicht erreicht werden.
Das biomechanische Prinzip der inversen Schulterprothese beruht auf der Umkehrung des anatomischen Verhältnisses zwischen Oberarmkopf und Gelenkpfanne. Durch diese Verlagerung des Drehzentrums kann auch bei Defektarthropathien eine Verbesserung der Schultergelenksfunktion erreicht werden. Auch als Implantat bei Prothesenwechseloperationen kommt die inverese Schulterprothese zum Einsatz.